Foto Tipps für Vermieter #3: Basics für die Bildbearbeitung

 

Nachdem uns Christian Egelmair in zwei vergangenen Blog Posts schon verraten hat, wie man mit dem Smartphone und mit der Spiegelreflexkamera zu schönen Autofotos kommt, folgt nun im dritten und letzten Teil unserer Foto Tipps Serie die Kür: die Bildbearbeitung.

 

 

Im Idealfall schiesst man immer minutiös geplante Fotos vor perfektem Hintergrund und bei idealen Lichtverhältnissen. Das schafft aber selbst der Profi nicht immer. Und wenn doch, kann mit ein paar gekonnten Handgriffen in der Bildbearbeitung immer nochmals einiges aus einem Bild herausgeholt werden.

 

Christian bringt die Vorteile der Bildbearbeitung auf den Punkt: „Das Fotografieren wird unkomplizierter und angenehmer, weil man weder darauf achten muss, dass die ganze Bildkomposition perfekt ist, noch die idealen Bedingungen abwarten muss. Das Wichtigste ist, dass das Auto richtig eingefangen wird. Ist zum Beispiel der Hintergrund eher hell oder eher dunkel, kann man dies problemlos nachbearbeiten. Wird hingegen das Auto nicht scharf abgelichtet, kann man auch mit der Nachbearbeitung nicht mehr alles richten.“

 

Hier folgen Christian’s einfach anwendbare Tipps für die gängigsten Bildbearbeitungstools:

 

 

 

1/ Weissabgleich

Je nach Lichtverhältnissen kann ein Bild einen blauen oder einen gelben Weiss-Ton bekommen. Die Farbe des Lichtes hat einen Einfluss darauf, wie ein Bild wirkt: Gelbes Licht wirkt warm, blaues Licht wirkt eher kalt. Je nachdem was man ausdrücken will, passt das eine oder das andere besser. Blaues Licht wird zum Beispiel oft eingesetzt, um einen industriellen Look zu erzeugen. Gelbes Licht wirkt hingegen eher sommerlich und freundlich.

 

Der Weissabgleich ist eine Standardeinstellung in jedem Bildbearbeitungsprogramm. Ganz korrekt wäre es hier, wenn der Fotograf vor jedem Bild einen individuellen Weissabgleich mit der Kamera durchführen würde. Da aber bei den heutigen Programmen der Weissabgleich in einem sehr grossen Bereich korrigiert werden kann, wird er meist erst nachträglich gemacht.

2/ Farbton & Sättigung

Farbe ist nicht gleich Farbe. Um mit den Farben eines Gegenstandes eine bestimmte Wirkung zu erzielen, kann beliebig mit Farbton und Farbsättigung gespielt werden. Soll ein rotes Auto eher orange anstatt rot wirken, nimmt man Änderungen am Farbton vor. Ob der gewählte Farbton dann eher kräftig oder sanft daherkommt, entscheidet die Farbsättigung.

 

Die Regler für den Farbton und die Farbsättigung sind Standardeinstellungen in jedem Bildbearbeitungsprogramm. Dieses Tool findet man meist sogar schon beim Smartphone.

 

 

 

3/ Kopierstempel

Ein perfekter Hintergrund kann seine Magie durch unerwünschte Störelemente, wie beispielsweise Abfall, schnell verlieren. Wann immer man die Möglichkeit hat, empfiehlt es sich alle Störfaktoren vorab aus dem Bild zu entfernen. Wenn dies nicht machbar ist, gibt’s in der Nachbearbeitung eine praktische Lösung dafür. Mithilfe des Kopierstempels kann man störende Gegenstände einfach aus dem Bild entfernen und die leere Fläche durch die Struktur des direkten Umfeldes reproduzieren. Je einheitlicher der Hintergrund strukturiert ist, desto einfacher ist diese Methode.

 

Der Kopierstempel ist ebenfalls eine Standardeinstellung, welche sich in den gängigen Bildbearbeitungstools wiederfindet.

4/ Bildausschnitt

Ein Bild lebt massgeblich davon, wie das Objekt im Bild positioniert ist. Daher ist es sehr empfehlenswert durch manuelles Zuschneiden des Bildausschnitts das Maximum aus jedem Bild herauszuholen.

 

Objekt vs. Hintergrund

Das Auto sollte für die Darstellung im Profil immer ganz sichtbar sein und nicht angeschnitten werden. Einzige Ausnahme sind Detailaufnahmen. Grundsätzlich gilt daher bei hochauflösenden Fotos, dass man lieber mehr Raum lässt, sprich den Hintergrund rund um das eigentliche Objekt grosszügig einfängt. So ist man anschliessend frei, den idealen Ausschnitt respektive das passende Format zu wählen, ohne dadurch andere wichtige Bereiche des Bildes abschneiden zu müssen. Die Qualität der Bilder wird bei Spiegelreflexkameras dadurch nicht beeinträchtigt.

     

Bildkomposition

Mit der sogenannten Drittel-Regel wird im Bildausschnitt nach dem goldenen Schnitt gesucht und dadurch ein Maximum an Dynamik erzeugt. Dabei zieht man waagrecht und senkrecht je zwei Linien und teilt das Bild vor dem inneren Auge in neun gleiche Teile. Dabei entstehen vier Schnittpunkte. Das Hauptobjekt respektive der Fokus des Bildes sollten nun immer auf einem Schnittpunkt liegen. Beim Auto heisst das meist, dass die Lichterpartie auf einen der vier Schnittpunkte ausgerichtet wird.

Diese Linien und Schnittpunkte während dem Fotografieren immer direkt zu finden, ist auch für einen Profi nicht ohne. Daher empfiehlt es sich, den Bildausschnitt nachträglich immer noch zu optimieren.

 

Bewegung vs. Symmetrie

Für die ideale Positionierung von Autos ist zudem wichtig, ob man Bewegung oder Ruhe ausdrücken will.

 

  • Um einen Eindruck von Bewegung zu erzeugen, sollte man das Auto nicht mittig im Bild platzieren, sondern hinter dem Auto wenig, und vor dem Auto viel Raum frei lassen. Dies erzeugt den Eindruck einer Bewegung vom einen Bildrand zum anderen.
  • Will man ein Auto hingegen frontal und statisch abbilden, empfiehlt es sich eine komplett symmetrische Komposition zu wählen. Sprich das Auto sollte in diesem Fall genau in der Mitte des Bildes stehen.

 

Mit diesen Tipps könnt ihr nun auch ohne grosses Vorwissen und mit einfachen Tools viel aus euren Fotos rausholen.

Viel Spass beim Ausprobieren!

 

 

Nun aber noch aus reiner Neugier: Wie machen es die Vollprofis?

Sehr oft werden bei der professionellen Bildbearbeitung nicht mehr nur einzelne Bilder optimiert, sondern gleich mehrere Bilder kombiniert und übereinander gelegt. Dies ermöglicht maximale Dynamik-Effekte und perfekte Bilder.

Bei unseren Fotos hat Christian zum Beispiel mit dem Polfilter die Front- oder Seitenscheiben entspiegelt und separate Aufnahmen davon gemacht. Diese wurden anschliessend in Photoshop übereinander gelegt um ein finales, maximal entspiegeltes Bild zu erschaffen.

 

Die Stars unseres Shootings findest du auch auf sharoo.com: Hier geht’s zu Hülya’s BMW X1 und Wolfgang’s Fiat Punto.

 

 

Verfasst von Danila | 14. Oktober 2016 |  


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